Ein detaillierter Blick in einen Workshop
Vielleicht hast du schon von Atemtechniken gehört. Vielleicht bist du neugierig auf die christliche Mystik. Aber was passiert wirklich bei einem SPIRITUS DEI Workshop? Hier erfährst du es – nicht als Anleitung zum Nachmachen, sondern als Einladung zum Erleben.
Ein SPIRITUS DEI Workshop dauert zwischen 75 und 105 Minuten. Das mag lang klingen, aber die Zeit verfliegt. Du wirst intensiv atmen, tief stillwerden und – wenn alles gut läuft – für einen Moment das spüren, was die Wüstenväter Hesychia nannten: unerschütterliche innere Ruhe.
Wir treffen uns in einem ruhigen Raum – meist eine Kirche, ein Pfarrsaal oder ein anderer Ort, der Stille zulässt. Matten liegen bereit. Kerzen brennen. Du kannst dich hinlegen oder sitzen, ganz wie es für dich passt. Bring einfach bequeme Kleidung, warme Socken und vielleicht eine Decke mit.
Wir beginnen im Kreis. Die Kerzen werden entzündet, die Glocke erklingt. Das Kreuzzeichen erinnert uns daran: Wir sind nicht allein. Gott ist schon hier – bevor wir den ersten Atemzug nehmen. Mit sanften Bewegungen bereiten wir den Körper vor: Strecken, Atmen, Ankommen.
Jetzt wird es intensiv. Du legst oder setzt dich bequem hin. Ich leite dich durch drei Runden intensiver Atemarbeit – inspiriert von der Wim Hof Method, aber eingebettet in christliche Visualisierung und biblische Texte.
Mit jedem Atemzug entfachst du einen Funke in deinem Bauch. Das ist kein esoterisches Bild, sondern eine uralte christliche Vorstellung: Gott hauchte dem Menschen den Odem des Lebens ein (Gen 2,7). Von Runde zu Runde wächst dieser Funke zur Flamme, bis das Pfingstfeuer dich ganz erfüllt.
In den Haltephasen – wenn du den Atem anhältst – werden kurze biblische Verse gesprochen. Momente tiefer Stille. Momente, in denen du spürst: Das ist mehr als Biochemie. Das ist Gebet.
Du wirst vielleicht Wärme spüren, Kribbeln, ein Pulsieren. Vielleicht auch nichts dergleichen. Beides ist normal. Der Körper reagiert – aber noch wichtiger: Die Seele öffnet sich.
Nach der intensiven Atemarbeit folgt der Lobpreis. Wir sitzen oder stehen im Kreis. Gemeinsam chanten wir uralte Gebetsrufe – lange, summende Ausatmungen. Die Vibration beruhigt das Nervensystem, aber mehr noch: Das Chanten ist Gebet. Wie Psalm 150,6 sagt: „Alles, was Odem hat, lobe den HERRN!" Dein Atem wird zum Lobpreis.
Jetzt kommt die tiefste Phase. Nach dem Lobpreis kehrt Stille ein. 20 bis 30 Minuten, in denen nichts mehr „gemacht" wird. Du sitzt oder liegst einfach da.
Ich leite dich durch verschiedene Stufen der Kontemplation: vom bewussten Atmen über das Herzensgebet bis hin zur reinen Stille. Du kannst das Jesusgebet mit deinem Atem verbinden – „Herr Jesus Christus, erbarme dich" – oder einfach nur sein. Gedanken kommen und gehen wie Wolken. Du kämpfst nicht. Du kehrst immer wieder zurück: zum Atem, zur Stille, zu Gott.
Das ist Kontemplation: Nicht Gedankenlosigkeit, sondern innere Freiheit. Nicht ekstatische Erfahrung, sondern Treue im Verweilen. Wie Teresa von Ávila sagte: „Gebet ist freundschaftliches Verweilen bei dem, von dem wir wissen, dass er uns liebt."
Sanft hole ich dich zurück. Wir sprechen gemeinsam einen Psalm des Dankes. Wer möchte, kann teilen, was er erlebt hat – aber Schweigen ist ebenso willkommen. Zum Schluss der Segen: „Der Atem Gottes, der dich geschaffen hat, erfülle dich..." Die Kerzen werden gelöscht. Die Glocke erklingt ein letztes Mal. Du gehst hinaus – nicht leer, sondern erfüllt.
Jeder Workshop ist anders. Manche Menschen erleben intensive körperliche Empfindungen – Kribbeln, Wärme, ein Gefühl von Leichtigkeit. Andere spüren nichts dergleichen und sind enttäuscht. Dann sage ich: Das ist normal.
Kontemplation ist keine Leistung. Es geht nicht um spektakuläre Erfahrungen. Die Wüstenväter hatten ein klares Kriterium für authentische Spiritualität: Früchte. Wirst du geduldiger? Demütiger? Liebevoller? Das sind die Zeichen echter Gottesbegegnung – nicht ekstatische Visionen.
Manche Menschen weinen. Manche lachen. Manche sitzen einfach still da. Alles ist richtig. Gott begegnet jedem anders.
Sicherheit: Die Atemübungen sind nicht geeignet bei Schwangerschaft, Epilepsie, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder akuten psychischen Krisen. Wenn du unsicher bist, sprich vorher mit deinem Arzt.
Während des Workshops: Wenn dir schwindlig wird oder unwohl, hör auf zu atmen und atme normal weiter. Wenn du Angst bekommst, öffne die Augen. Du bist nicht allein. Ich bin da.
Nach dem Workshop: Trink viel Wasser. Geh langsam. Fahr vorsichtig nach Hause. Dein Nervensystem ist noch in einem besonderen Zustand – gib dir Zeit, zurückzukommen.
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