Atemtechniken

Die wissenschaftlichen Grundlagen von SPIRITUS DEI

SPIRITUS DEI verbindet verschiedene bewährte Atemtechniken aus unterschiedlichen Traditionen. Jede bringt ihre eigenen physiologischen und spirituellen Wirkungen mit:

Wim Hof Method

Die Wim Hof Method (WHM) ist eine moderne Adaption der tibetischen Tummo-Praxis. Sie besteht aus 30-40 schnellen, rhythmischen Atemzügen, gefolgt von einer Atem-Haltephase nach dem Ausatmen. Diese kontrollierte Hyperventilation führt zu einer vorübergehenden Alkalisierung des Blutes und aktiviert das autonome Nervensystem auf einzigartige Weise.

Wissenschaftliche Studien zeigen: WHM beeinflusst das Immunsystem positiv, reduziert Entzündungsreaktionen und erhöht die Stressresilienz. In SPIRITUS DEI bildet die WHM-Atmung das Fundament der drei Runden – allerdings ergänzt durch christliche Visualisierung und biblische Texte während der Haltephasen.

Tummo (Tibetischer Buddhismus)

Tummo, die „innere Hitze"-Meditation aus dem tibetischen Buddhismus, ist die Urform dessen, was Wim Hof später adaptierte. Die klassische Tummo-Praxis verbindet Vasenatmung (15-20 tiefe Atemzüge mit Bauchspannung) mit der Visualisierung eines Feuers im Bauch, das die Wirbelsäule emporsteigt. Studien belegen, dass erfahrene Tummo-Praktizierende ihre Körpertemperatur um bis zu 8°C erhöhen können.

Das spirituelle Ziel von Tummo ist es, negative Gedanken und Emotionen im inneren Feuer zu „verbrennen" und Erleuchtung zu erlangen. SPIRITUS DEI übernimmt die Visualisierung des aufsteigenden Feuers, deutet sie aber christlich um: als das Pfingstfeuer des Heiligen Geistes, das die Jünger erfüllte.

Buteyko Control Pause

Die Buteyko-Methode, entwickelt vom russischen Arzt Konstantin Buteyko, basiert auf der Erkenntnis, dass chronische Überatmung (Hyperventilation) zu vielfältigen Gesundheitsproblemen führt. Der Kern der Methode: die Toleranz gegenüber Kohlendioxid (CO₂) im Blut zu erhöhen, indem man bewusst weniger und langsamer atmet.

In SPIRITUS DEI nutzen wir die „Control Pause" als Übergang von der intensiven WHM-Atmung zur Stille. Nach dem normalen Ausatmen halten wir den Atem an – so lange, wie es angenehm bleibt. Dies erhöht die CO₂-Toleranz, beruhigt das Nervensystem und führt in einen Zustand tiefer Entspannung, der den Boden für die kontemplative Stille bereitet.

Kohärentes Atmen

Kohärentes Atmen (auch „Resonanzatmung") bezeichnet einen gleichmäßigen Atemrhythmus von etwa 5 Sekunden Einatmen und 5 Sekunden Ausatmen – das entspricht 6 Atemzügen pro Minute. In diesem Rhythmus synchronisieren sich Herzschlag, Blutdruck und Atmung zu einem harmonischen Gesamtbild, was als „Herzkohärenz" bezeichnet wird.

Dieser Zustand aktiviert den Parasympathikus (den „Ruhenerv") optimal und fördert Entspannung, Konzentration und emotionale Balance. In SPIRITUS DEI nutzen wir kohärentes Atmen in der stillen Phase: Es hilft, nach der intensiven Atem-Arbeit zur Ruhe zu kommen und einen meditativen Zustand zu erreichen, in dem das Herzensgebet von selbst fließen kann.

Bienenatmung (Bhramari)

Die Bienenatmung, im Yoga „Bhramari Pranayama" genannt, ist eine summende Atemtechnik: Beim Ausatmen erzeugt man einen tiefen, summenden Ton (wie das Brummen einer Biene), während die Augen geschlossen bleiben. Diese Vibration aktiviert den Vagusnerv – den zentralen Nerv des Parasympathikus – und hat eine unmittelbar beruhigende Wirkung auf Geist und Körper.

In SPIRITUS DEI verwenden wir die Bienenatmung vor allem in der Lobpreis-Phase: Das Chanten von „Kyrie Eleison" oder „Amen" mit langen, summenden Ausatmungen verbindet die physiologische Wirkung (Vagusaktivierung, Entspannung) mit dem spirituellen Ausdruck des Lobpreises. Die Vibration wird zum Gebet, das den ganzen Körper erfüllt.

Wie SPIRITUS DEI diese Techniken verbindet

SPIRITUS DEI ist keine bloße Aneinanderreihung dieser Techniken, sondern eine durchdachte liturgische Ordnung, die ihre jeweiligen Stärken zu einem spirituellen Weg vereint:

1. Atemreise (WHM + Tummo): Intensive Atemarbeit mit christlicher Visualisierung des aufsteigenden Pfingstfeuers.
2. Buteyko Control Pause: Übergang zur Stille, Erhöhung der CO₂-Toleranz.
3. Lobpreis (Bienenatmung): Chanten mit Vagusaktivierung durch summende Töne.
4. Stille (Kohärentes Atmen): Herzensgebet und kontemplative Meditation im optimalen physiologischen Zustand.

So wird der Atem zum Gebet – und das Gebet zum Atem.